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Weiterer Microsoft-Deal mit Linux-Distributor

14.06.2007
Linspire - Logo

Die Meldungen zu Abkommen von Microsoft mit der Linux-Distributoren-Branche häufen sich: Nach den Deals mit Novell und Xandros hat Microsoft nun den nächsten Partner mit ins Boot geholt. Bei diesem handelt es sich um das amerikanische Unternehmen Linspire, was doch einige Überraschung hervor ruft. So befand man sich von 2001 bis 2004 in einem Verfahren gegeneinander.
Der Grund des Streites war der frühere Name von Linspire, "Lindows". Microsoft sah durch diesen Namen seine Markenrechte verletzt, im Jahr 2004 endete der Streit mit einer außergerichtlichen Einigung, nach der sich "Lindows" in Linspire umbenannte. In gleicher Weise wurde auch mit dem gleichnamigen Betriebssystem verfahren.
Da Linspire, wie der frühere Name "Lindows" schon nahelegt, absichtlich stark an Windows erinnern soll, sind Distribution und Unternehmen alles andere als unumstritten. Auch die starke Nutzung proprietärer Software führt zu vehementer Kritik.

Linspire äußerte zu dem Vertrag mit Microsoft, diese würden dabei helfen, "ein besseres Liux zu schaffen". Mehr als in den anderen beiden Abkommen wird auf eine technische Zusammenarbeit eingegangen. So lizensiert man bei Linspire nunmehr Microsofts RT-Audio-Codec, was dem Zusammenwirken von diversen Instant-Messaging-Programmen mit dem Windows Live Messenger zugute kommen wird. Die Windows-Media-10-Codecs werden ebenfalls übernommen, genau wie diverse True Type Fonts, zu denen unter Anderem Times New Roman, Arial und Verdena gehören.
Ohne Patentvereinbarungen kommt natürlich auch das Microsoft-Linspire-Abkommen nicht aus. Diese unterscheiden sich jedoch von den bisherigen Verträgen, da bei Linspire künftig jeder einzelne Benutzer eine Lizenzvereinbarung mit Microsoft abschließen muss, so er denn die genannten Microsoft-Techniken nutzen will. Daher sei es dem Kunden überlassen, ob er Microsoft-Technologie nutzen möchte. Die einzige Änderung, die alle Nutzer betreffen wird, ist, dass die Microsoft Live-Suche als Standard-Suchmaschine im mitgelieferten Browser definiert sein wird.

Inwiefern dieses Vorgehen beim Lizensierungsverfahren mit der speziellen Klausel in der kommenden GPLv3 in Einklang steht, ist noch völlig unklar. Experten verweisen darauf, dass man noch zu wenig Informationen über das Abkommen habe und dass die Klausel, die derartige Geschäfte verbieten wird, noch nicht in der finalen Fassung vorliege. Bei Linspire ist man jedenfalls der Meinung, nicht in Konflikt mit der neuen GPL zu kommen.

Autor: sh


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