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Weiter Gerangel um OOXML-Standardisierung

08.02.2008

Die Ende Februar stattfindende Abstimmung der ISO über eine Standardisierung von Microsofts OOXML-Format wirft ihre Schatten voraus, und Microsoft lässt kaum Zweifel daran aufkommen, wie wichtig dem Konzern eine Standardisierung des eigenen Formats als Gegengewicht zum bereits von der ISO akzeptierten ODF ist. In einem neunseitigen Papier, das den nationalen Gremien der ISO zugestellt wurde, preist der häufiger unter Monopolismus-Verdacht stehende Software-Gigant die Vorzüge von Vielfältigkeit und versucht, Kritikpunkte am eigenen Format als Mythen und Schmutz-Kampagnen darzustellen.

Man lebe nicht in einer Welt von 'entweder/oder', sondern in einer Welt des 'und', in der Unternehmen und Regierungen die Vorzüge der Möglichkeit, zwischen mehreren Formaten wählen zu können, schätzen würden. Daher sei es wichtig, dass die Standardisierungs-Gremien nicht dem Drängen von IBM, Sun, die ODF Alliance und der Free Software Foundation nachgeben dürften, die eine einseitige Bevormundung der Bürger anstrebten. Eine Standardisierung mehrerer Dokument-Formate sei zudem essentiell wichtig für "Wettbewerb und Innovation". Auch die umstrittene Burton Group-Studie, die zum Teil heftige Reaktionen ausgelöst hatte, wird als Argument missbraucht.

Inwieweit das recht durchschaubare Papier in der Lage sein wird, die Entscheidungsträger zu beeinflussen, wird sich wohl erst bei der Abstimmung zeigen. Gleichzeitig gab heute die EU laut Angaben des Wall Street Journals bekannt, eine weitere Untersuchung der Aktivitäten von Microsoft, diesmal bezüglich der Vorgehensweise bei der ISO-Normierung, eingeleitet zu haben. Die Untersuchungen stünden noch ganz am Anfang, Microsoft sei bisher lediglich um eine Stellungnahme gebeten worden. Konkret steht der Vorwurf im Raum, Microsoft hätte gezielt mit eigenen Lobby-Arbeiten die kleinen und damit recht manipulierbaren nationalen Gremien infiltriert.

Autor: sh


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