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Studie zur Verbreitung von Computerspielen bei Jugendlichen

04.07.2007
Massachusetts General Hospital - Logo

Vom renommierten und staatlich geförderten "Massachusetts General Hospital" wurde in den USA eine Studie durchgeführt, die die Verbreitung von Computerspielen bei Jugendlichen und deren Auswirkungen untersuchte. Insgesamt waren 1254 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 14 Jahren quer durch alle Einkommens- und Bildungsschichten befragt worden, die Studie nimmt damit für sich in Anspruch, repräsentativ zu sein. Es wurden recht interessante, wenn auch nicht völlig überraschende Ergebnisse erlangt.

Zuvorderst wird die immense Verbreitung von Computerspielen festgestellt. So gaben nur 6 Prozent aller Befragten an, im letzten halben Jahr kein Computerspiel gespielt zu haben. 33 Prozent der Jungen und 10 Prozent der Mädchen spielen laut eigenen Aussagen jeden Tag. Und dabei werden zumeist nicht altersangemessene Spiele gespielt. So haben 66 Prozent der Jungen und 25 Prozent der Mädchen in den letzten sechs Monaten ein Spiel mit der US-Freigabe "Ab 17" gespielt. Das Spiel "Grand Theft Auto" (GTA), welches in den USA ab 17 und in Deutschland in der zensierten Version ab 16 freigegeben ist, erfreut sich dabei bei den Jungen der größten Beliebtheit. Aber auch bei den Mädchen nimmt das nach deutscher Definition eindeutige "Killerspiel", nach dem erwartungsgemäßen Sieger "Die Sims", Platz 2 der beliebtesten Spiele ein.

Weiterhin ergaben die Befragungen, dass Computerspiele, entgegen der landläufigen Meinung, keineswegs zur Vereinsamung der spielenden Jugendlichen führen. So spielen gerade Jugendliche, die für ihr Alter nicht freigegebene Spiele spielen, häufig in Gruppen in selben Zimmer oder mit anderen im Internet. Besonders häufig seien zudem Computerspiele bei Jungen eine Grundlage, aus der heraus Freundschaften entstehen.

Cheryl Olsen, die Autorin der Studie, zieht zum Ende einige Schlüsse. So sei es zwar bedenklich, dass so viele Jugendliche für sie nicht freigegebene Spiele spielten, in Verbindung mit den momentan rückläufigen Zahlen bei der Jugendkriminalität zeige dies jedoch, dass es den meisten Jugendlichen trotz Gewaltspielen "recht gut geht". Man hofft, mit der Studie einen differenzierteren Blick auf Computerspiele zu ermöglichen. So solle die Diskussion weg von einer pauschalen Ablehnung von Computer- und insbesondere Gewaltspielen hin zu der Frage geführt werden, "welche Inhalte für welche Jugendliche in welcher Situation" schädlich seien.
Dass Jugendliche Zugang zu für sie nicht freigegebenen Computerspielen haben, sei des Weiteren kein rechtliches, sondern vielmehr ein familiäres Problem. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche Gewaltspiele spielen, stark erhöht, wenn ältere Geschwister vorhanden sind. Hier wird an die Eltern appelliert, sich mehr mit ihren Kindern und vor Allem damit, was diese in ihrer Freizeit tun, zu beschäftigen. Der Gesetzgeber spiele nur eine untergeordnete Rolle.

Autor: sh


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