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Saudi-Arabische Bloggerinhaftierung zieht weitere Kreise

07.01.2008

Wie wir vor Kurzem berichteten, wurde der saudi-arabische Blogger Fuad al-Farhan vor etwas mehr als drei Wochen verhaftet und bis heute ohne Anklage festgehalten. Die Berichterstattung über den Fall führte zu einem breiten Medien-Echo: Menschenrechtsaktivisten werten den Fall als einen Beweis für die geringe Vertrauenswürdigkeit des engen USA-Verbündeten Saudi-Arabien, die Bloggerszene schäumt und auch in mehreren Social-Networks bilden sich mitgliederreiche Besuchergruppen, die die Freilassung des Bloggers fordern. Die Empörung ist soweit angewachsen, dass sich inzwischen sogar die US-Regierung, einer der wichtigsten strategischen Partner, zu einer offiziellen Protest-Note gezwungen sah.

Dies ist für die saudische Regierung im Moment wohl höchst unpassend, steht doch in der nächsten Woche der Besuch von US-Präsident George W. Bush in dem islamischen Land an. Zwar soll es dabei nicht um al-Farhan, sondern den Nahost-Friedensprozess gehen. Angesichts der breiten Medien-Front im eigenen Land, die ihn zum Handeln auffordert, steht das Treffen jedoch unter keinem guten Stern. So schreibt die New York Times: "König Abdullah hat einen lobenswerten Reformwillen demonstriert. Er muss verstehen, dass Grausamkeit, die Diskriminierung von Frauen und Zensur nicht Teil eines modernen Rechtsstaates und eines Landes sein können, das zur modernen Welt gehören will. Wenn Präsident Bush diesen Monat Saudi-Arabien besucht, sollte er den König daran erinnern."

Ein Ausweg aus der Misere wäre die Option, dass König Abdullah, wie in der Vergangenheit z.B. bei einer zu 200 Peitschenhieben verurteilten Frau geschehen, den Blogger begnadigt. Da bisher jedoch noch nicht einmal gegen ihn Anklage erhoben, geschweige denn eine Verurteilung erlassen wurde, scheint dieser Schritt recht unwahrscheinlich. PCadept wird selbstverständlich weiter über den Fall berichten.

Autor: sh


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