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ODF-Allianz widerspricht negativer Bourton-Studie energisch

18.01.2008

Wie wir gestern berichteten, kommt das renommierte Marktforschungsinstitut Bourton Group in einer Studie der Autoren Guy Creese und Peter O'Kelly zu dem Schluss, Microsofts Office Open XML (OOXML) sei dem Dateiformat ODF deutlich überlegen und insbesondere für größere Unternehmen die bessere Wahl. Die Reaktion der ODF-Allianz, unter deren 480 Mitgliedern sich so illustre Namen wie Google, IBM, Sun und Novell finden, ließ nicht lange auf sich warten. Zuvorderst wird in dieser kritisiert, dass sich die Autoren der Studie nicht im Vorfeld an die Allianz gewandt hätten, da so einige der zahlreichen Fehler und Falschdarstellungen in der Studie ausgeräumt worden wären.

Das Dokument der ODF-Allianz umfasst neun Seiten, auf denen problematische Darstellungen der Bourton Group thematisiert werden, allerdings hätte man laut eigenem Bekunden auch noch weitere Kritikpunkte aufgreifen können. Im folgenden seien einige der aufgelisteten Fehler genannt:
Die Studie verwechsle Microsoft Office mit dem OOXML-Format, da angebracht wird, Meta-Daten alter Office-Formate ließen sich besser importieren. Weiterhin wurde die Erweiterbarkeit von OOXML gelobt, aber nicht erwähnt, dass auch ODF problemlos erweiterbar sei. Bei dem Vorwurf, ODF sei zu einfach gestrickt, hält man dagegen, dass die Autoren bei ODF Einfachheit mit "Eleganz" und bei OOXML Komplexität mit "Aufgeblähtheit" verwechseln würden. Der Vorwurf, ODF sei von Sun kontrolliert, ist laut der ODF-Allianz völlig aus der Luft gegriffen, da Sun im wichtigsten Gremium von ODF lediglich drei Stimmen innehabe, wärend zudem drei unabhängige Entscheidungsträger und vier Mitarbeiter von IBM stimmberechtigt sind. Die Entwicklung des OOXML-Formats hingegen würde von Microsoft allein beherscht.

Die ODF-Allianz kommt zu dem Schluss, dass eine Überarbeitung der Studie dringend anzuraten wäre. Wie sich die Diskussion weiter entwickeln wird, ist bisher nicht abzusehen. Dass selbige allerdings kaum mehr als einen Monat vor der abschließenden Abstimmung über eine ISO-Zertifizierung von OOXML stattfindet, mutet kaum wie ein Zufall an. Die kritisierten Teile von OOXML, wegen deren die ISO-Anerkennung bei der letzten Abstimmung gescheitert war, wurden zwischenzeitlich von Microsoft einfach aus dem offiziellen Standard gestrichen.

Autor: sh


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