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nVidia geht gegen NGO-Treiber vor

08.07.2007
nVidia - Logo

Auf der offiziellen Webseite der Programmierer des alternativen Grafikkartentreibers NGO für nVidia-Karten ist im Moment der recht absurd anmutende Streit zwischen eben diesen und nVidia, der sich gerade entspinnt, nachzuvollziehen.
In einem Schreiben des Grafikkarten-Herstellers, welches ebenfalls auf der Webseite zur Einsicht bereitsteht, fordert dieser die Betreiber des NGO-Projektes auf, innerhalb von zwei Wochen Herstellung und Verbreitung der Treiber zu unterlassen.
NVidia begründet diese Forderung damit, dass das NGO-Projekt gegen das Urheberrecht verstoße, da die modifizierten Treiber geistiges Eigentum von nVidia seien. Komme man der Aufforderung nicht nach, würden umgehend rechtliche Schritte eingeleitet.

Im Normalfall führen derartige Forderungen und Drohungen durch einen Branchenriesen, ob berechtigt oder nicht, zu einem Kleinbeigeben der bedrohten Projekte. Auch wenn ein solches sofortiges Einlenken bei den sehr beliebten und von Nutzern mit großem Rückhalt bedachten NGO-Treibern nicht zu erwarten war, dürfte nVidia doch von der Heftigkeit der prompt erfolgten und ebenfalls veröffentlichten Antwort überrascht sein: nicht nur weigert man sich, der "Erpressung" von nVidia Folge zu leisten, vielmehr droht man bei jeglichen rechtlichen Schritten durch nVidia an, mit verschiedensten Anklagepunkten Gegenklagen einzureichen.

Zuforderst weist das in Israel befindliche Projekt darauf hin, dass Israel kein amerikanischer Bundesstaat sei und die Gesetze der USA demzufolge für das Projekt keine Gültigkeit hätten. Das israelische Recht erlaube vielmehr die Weitergabe von Software, solange keine kommerziellen Interessen damit verfolgt würden. Weiterhin stehe dieser Punkt auch gar nicht zur Debatte, da man den Treiber an sich nicht, wie vorgeworfen, modifiziere, sondern lediglich die Installationsroutine anpasse. Man informiere Benutzer über die Risiken der NGO-Treiber und gebe nicht vor, dass diese von nVidia abgesegnet seien. nVidia habe kein Recht auf Installationsroutinen.
Man wirft nVidia weiterhin vor, ihre Benutzer schlecht zu behandeln und nicht auf deren Wünsche einzugehen. Dies sei auch der Grund, warum ein Projekt wie NGO überhaupt existiere. Anstatt aber NGO zu unterstützen und zu respektieren, da man nVidia Arbeit abnehme, würde man, wie früher auch schon, nur immer wieder gegen das Projekt vorgehen und versuchen, es mit verschiedenen Mitteln zu zerstören. Man arbeite freiwillig und ohne Bezahlung und erwarte lediglich Respekt, statt dessen ernte man aber nur Beleidigungen von nVidia.

Man schließt das offizielle Statement mit dem Vorwurf, nVidia beeinflusse Händler, nicht mit dem NGO-Projekt zusammenzuarbeiten, und droht seinerseits mit rechtlichen Schritten. Als mögliche Vorwürfe werden u.A. genannt:

  • Erpressungstaktiken gegen die Presse
  • Irreführende Werbung
  • Illegaler Missbrauch des Software-Supports
  • Verstoß gegen die Antitrust-Richtlinien
Zu guter Letzt folgt ein Zitat der Stellungsname von ATI zum Thema der modifizierten Treiber:
"Feel free to distribute and endorse Catalyst software. Just please let your users know that if they use modified drivers we aren't able to support them properly. Keep up the good work in the community."

Über die Beweggründe nVidias ist natürlich nichts Offizielles bekannt, man kann allerdings davon ausgehen, dass die NGO-Treiber in den Fokus der Aufmeksamkeit geraten sind, da diese neuen Treibern die Unterstützung älterer Grafikkarten hinzufügen, was nVidias Verkaufsinteressen zuwider läuft. Schließlich bleiben so Kunden vielleicht etwas länger bei ihren alten Grafikkarten, anstatt sich eine aktuellere Karte zuzulegen.
Wenn man bei nVidia gehofft hat, die Affäre still und leise über die Bühne bringen zu können, hat man sich definitiv geirrt. Sowohl die offenkundige Bereitschaft des NGO-Projektes, bis zum Letzten gegen den Chipriesen zu kämpfen, als auch die harschen Worte, dürften nVidia gehörig überrascht haben.

Ein immenser Imageverlust, der in der Grafikkartenbrache erfahrungsgemäß einschneidende Auswirkungen hat, lässt sich wohl kaum noch vermeiden.

Autor: sh
derhoesel (25.03.2009 0:13)


Eine absolute Frechheit von nVidia, anders kann man das nicht sagen...



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