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Linux-Verband attackiert die Initiative "IT-Fitness"

17.08.2007
IT-Fitness - Logo

Auf der Cebit 2007 hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich den Startschuss für die Initiative "IT-Fitness" gegeben. Das Ziel des Projektes, das von Microsoft in Zusammenarbeit mit u.A. dem Ministerium für Arbeit und dem Bitkom betrieben wird, ist Arbeitssuchende im Umgang mit dem Computer zu schulen. Unter anderem wird auch ein Test auf besagte "IT-Fitness" geboten, dessen Ergebnisse erst vor kurzem dafür sorgten, dass die deutsche Wirtschaft über mangelnde "Fachkenntnisse" bei Arbeitssuchenden klagte.

Schaut man sich den Test jedoch einmal genau an, wird schnell klar, dass weniger Fachkenntnisse über den Computer, sondern primär Kenntnisse von Microsoft-Produkten nötig sind, um sein Computerwissen bestätigt zu bekommen. Unter Anderem gehören Fragen nach bestimmten Funktionstasten unter Windows, die für Microsoft-Kunden sicherlich trivial, für Nutzer anderer Systeme jedoch unlösbar sind, zum Repertoire des Tests.

Genau dieser Umstand wird vom Linux-Verband nunmehr heftig kritisiert. Der Vorsitzende Elmar Geese äußerte sich dementsprechend zornig: "Es ist immer wieder dieselbe Geschichte: Microsofts Lobbyisten denken sich eine angeblich uneigennützige Initiative aus, und bis hin zur Bundeskanzlerin wird unreflektiert mitgemacht".

Weiter Öl ins Feuer gießt zudem das offizielle Statement der "IT-Fitness-Initiative": "Wer alternative Programme verwendet, ist dabei leider zwangsläufig im Nachteil. Wir sehen aber auch keine Möglichkeit, wie wir dieses lösen können."

Geese äußerte dazu: ""Die Formulierung, man sei als Anwender von Linux- oder Mac-Systemen 'zwangsläufig' im Nachteil, zeigt ganz klar, welche Absicht hinter der Initiative steht. Sich als Werbeträger für den Weltmarktführer einspannen zu lassen, hat mit Transparenz wenig zu tun und zeigt zudem, dass die deutsche Politik jegliches Interesse für Aufbau und Nutzung eigener IT-Produkte vermissen lässt".

Die Initiative zu ergreifen, Arbeitssuchende für die Anforderungen im IT-Bereich fit zu machen, spricht durchaus für die Bundesregierung. Gleichzeitig aber IT-Kenntnisse mit Kenntnissen von Microsoft-Produkten gleichzusetzen, läuft derartigen Bestrebungen zuwider und ist völlig kontraproduktiv. Es bleibt zu hoffen, dass die Bundesregierung künftig vielleicht einmal selbstständig derartiges unternimmt, anstatt sich wieder nur zu einem Werbepartner von Microsoft machen zu lassen.

Autor: sh


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