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Linux-Entwickler veröffentlichen Stellungnahme zu proprietären Kernel-Modulen

23.06.2008

Mehrere Kernel-Entwickler des freien Betriebssystems Linux haben eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie direkt Firmen, die für ihre Geräte lediglich proprietäre Kernel-Module anbieten, ansprechen und die auffordern, Open-Source-Treiber bereitzustellen. Proprietäre Kernelmodule seien schädlich, da sie unter Anderem zu Instabilitäten des Systems führen können, die jedoch als Problem des eigentlichen Kernels wahrgenommen werden würden. Außerdem sei es nicht möglich, wie bei offener Software eine sinnvolle Hilfestellung durch die Linux-Community zu gewährleisten.

Die Stellungnahme wurde von diversen Linux-Entwicklern unterzeichnet, wobei Linux-Gründer Linus Torvalds sich nicht unter den Unterzeichnern findet. Die Stellungnahme veranlasst hatte der Entwickler Greg Kroah-Hartman, der Hardware-Herstellern mit seiner Firma anbietet, kostenlos Linux-Treiber zu erstellen, sofern die Hersteller bereit sind, die Spezifikationen der Geräte offenzulegen.

Ob die Stellungnahme allerdings auf die üblichen Verdächtigen, die lediglich proprietäre Kernel-Module anbieten, große Wirkung zeigen wird, ist mehr als fraglich. Während AMD/ATI sich vor einiger Zeit entschloss, die Spezifikationen der eigenen Grafikchips offenzulegen, lässt z.B. nVidia keinerlei Bewegung in diese Richtung erkennen.

Daher wird auch die veröffentlichte Stellungnahme nicht helfen, in der Frage weiterzukommen, wie man Herstellern, die sich standhaft weigern, Linux in einer angemessenen Form zu unterstützen, beikommen kann. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich die Kernel-Entwickler entscheiden, irgendwann keine Closed-Source-Kernelmodule mehr zuzulassen. Dabei wäre es immer noch möglich, proprietäre Treiber zu verwenden, die dann aber statt direkt im Kernel im Userspace laufen würden. In jedem Fall ist die Veröffentlichung als ein Signal an die Hersteller zu interpretieren, denen nunmehr der Ball wieder von den Entwicklern zugespielt wurde.

Autor: sh


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