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"Killerspiel"-Begriff ausgeweitet - Testkäufe geplant

02.07.2007

Der deutschen Familienministerin Ursula von der Leyen geht der Terminus "Killerspiele", der ja wie bekannt für Computerspiele steht, die unmittelbar zu einer Verrohung der Gesellschaft, Entfremdung Jugendlicher von der Realität und damit als Hauptauslösunger zu Gewalttaten jedweder Art führen, nicht weit genug.
War bisher noch von "gewaltverherrlichenden" Spielen, also Produkten, in denen das Töten und Verletzen genüßlich ausgekostet wird und den einzigen Spielinhalt darstellt, soll der Begriff nunmehr auf "gewaltbeherrschte" Spiele ausgedehnt werden. Frau von der Leyen versteht darunter Spiel, bei denen man für Gewaltanwendung belohnt werde, anstatt eine friedliche Lösung anzuwenden. Dies könne auf Jugendliche negative Auswirkungen haben.

Weiterhin kommt man durch eine Studie des Hans-Bredow-Instituts zu dem Schluss, dass die Altersfreigaben der USK zu lasch durchgeführt würden. Laut Einschätzung des Familienministeriums wären Spiele, die von der USK freigegeben wurden, von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert worden.
Die Studie rät weiterhin dazu, Probekäufe durchzuführen, um auch sicherzustellen, dass in Läden, die Computerspiele führen, auf die Altersfreigabe geachtet wird. Bis jetzt sieht das Gesetz derartige Überwachungsmaßnahmen nicht vor, im Familienministerium steht man aber einer Übernahme eines entsprechenden Paragraphens in den geplanten Gesetztesentwurf wohlwollend gegenüber.

Man darf definitiv gespannt sein, ob und in wie weit das neue Gesetz, sollte es denn kommen, den Herstellern weitere Beschränkungen auferlegt und erwachsene Computerspieler ebenfalls dem Jugendschutz unterwirft. Sollte der nun offenbahrte Wille von Frau von der Leyen unabgeschwächt übernommen werden, werden wohl auch die meisten Spiele, die heute ab 16 Jahren freigegeben sind, mit einer Indizierung gestraft.
Besonders ärgerlich ist die erneut schwammige Definition der "gewaltbeherrschten Spiele". Ob es tatsächlich dem Willen der Mehrheit der (erwachsenen) Computerspieler entspricht, dass sich künftig Terroristen und Sondereinsatzkommandos interaktiv kleine Versöhnungspräsente überreichen und dann gemeinsam und ganz friedlich bei einer Tasse Tee ihre Differenzen ausdiskutieren, kann getrost bezweifelt werden.

Autor: sh


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