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Japan: Virenprogrammierer wegen Copyright-Verletzung angeklagt

28.01.2008

Laut Berichten japanischer Medien haben die lokalen Sicherheitskräfte Ende letzter Woche einen Virenprogrammierer festgenommen, der einen Schädling für das in Japan sehr populäre P2P-Netzwerk "Winny" geschrieben hat. Das Besondere daran ist, dass in Japan die Herstellung und Verbreitung von Computerviren an sich nicht strafbar ist, weshalb die Behörden zu einem Trick greifen: sie klagen den 24-jährigen Student wegen Urheberrechtsverletzung an.

Der laut Medienangaben geständige Verdächtige soll seinen Schädling in einer Bilddatei der Anime-Serie "Clannad" untergebracht haben, wodurch beim Öffnen der Datei der Virus auf den Computer des Nutzers gelangte, diesen durchsuchte und gefundene Dokumente in dem Filesharing-Netzwerk verfügbar machte. Der Virus erreichte offenbar innerhalb kurze Zeit eine rege Verbreitung, so dass unter Anderem interne Dokumente von Kraftwerken, Internet-Providern und der japanischen Polizei über "Winny" erreichbar waren. Nach Auffassung der Anklage soll dem Festgenommenen sowie zwei weiteren mutmaßlichen Mittätern nun zum Verhängnis werden, dass sie ein Bild einer Copyright-geschützten Figur zur Verbreitung ihres - nach japanischem Recht nicht illegalen - Schädlings genutzt haben.

Autor: sh


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