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CounterStrike: Cheater-Vorwurf wird vor Gericht verhandelt

14.01.2008

Was im "normalen" Sport als Doping bekannt ist und harte Strafen nach sich zieht, ist in der eSports-Szene das Cheaten. Während jedoch im Profisport bezüglich von Betrug Verhandlungen vor Sport- oder auch Amtsgerichten eher die Regel als die Ausnahme bei Verstößen sind, blieben Gerichte bisher von der Beschäftigung mit Cheat-Vorwürfen verschont. Nachdem ein Schlichtungs-Gespräch zwischen der E-Sports-League und dem CounterStrike-Team "coldgame EAS" ergebnislos abgebrochen wurde, wird sich nun das Amtsgericht Köln mit der Frage auseinander setzen müssen, ob ein Betrug in der fraglichen Partie stattgefunden hat.

Begonnen hatte die Affäre am 22. Dezember 2007, als "coldgame EAS" gegen das Team "QPool CounterStrike" eine offizielle Begegnung in der ESL (Electronic Sports League) bestritt. Nach dem Spiel wurden gegen den coldgame-Spieler "XektoR" Cheatvorwürfe erhoben und laut Auffassung der ESL nachgewiesen, was eine zweijährige Sperre des Spielers für die ESL nach sich zog. Das Prekäre an dieser Situation ist, dass "coldgame EAS" kurz vor dem Aufstieg in die "Bundesliga" des eSports, die ESL Pro Series (EPS), stand, in der Preisgelder bis in den sechsstelligen Bereich hinein winken.

Weiterhin erkannte das offizielle Anti-Cheat-Tool des ESL, "Aequitas", keinen Betrug bei fraglicher Partie, da Verurteilung und Sperre lediglich auf Mitschnitten des Spiels basieren, die von der ESL ausgewertet wurden. Das coldgame-Team interpretiert die In-Game-Szenen jedoch ganz anders und verweist auf perfektes Teamwork und herausragende persönliche Fähigkeiten.

Da die Vermittlung zwischen beiden Parteien ohne Erfolg blieb, klagt "coldgame EAS" nunmehr vor dem Amtsgericht Köln unter Vertretung eines durch desn Deutschen eSport-Bund eingeschalteten Rechtsanwaltes auf eine einstweilige Verfügung gegen die Sperre des Spielers, so dass das Team vorerst in die Profi-Liga aufsteigen könnte.

Ein Sieg über die ESL vor Gericht hätte für diese wahrscheinlich katastrophale Folgen, da dies die Tür für weitere Spieler, die sich ungerecht von der ESL behandelt fühlen, weit öffnen würde. Dass solche Folgeverfahren nicht lange auf sich warten lassen würden, gilt als sehr wahrscheinlich, schließlich war die ESL schon in der Vergangenheit häufiger durch diktatorisch anmutende Entscheidungen in die Kritik geraten, als zum Beispiel Spielern unabhängige Prüfungen der Vorwürfe verwehrt wurden.

Autor: sh


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