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Bald patentierte Patches?

09.06.2007
Intellectual Weapons - Logo

Die Patentierungswut nimmt immer groteskere Züge an. Die amerikanische Firma Intellectual Weapons ruft Benutzer dazu auf, entdeckte Sicherheitslücken nicht etwa dem Hersteller der fehlerhaften Software, sondern exklusiv Intellectual Weapons zu melden, damit ein Patch entwickelt und dieser vermarktet werden kann. Die daraus resultierenden Einnahmen sollen dann mit dem Entdecker geteilt werden.

Laut den Informationen auf der Firmenhomepage soll ein solcher Deal folgendermaßen ablaufen: entdeckt ein Sicherheitstester eine Sicherheitslücke "von hohem Wert", die auch nach eigenem Wissen nur ihm bekannt ist, soll er diese ausschließlich an Intellectual Weapons melden. Der "hohe Wert" wird dabei akzeptiert, wenn eine Lösung von der Firma oder dem Melder selbst gefunden werden kann, schwierig zu umgehen ist, schutzrechtlich verwertet werden kann und es für die Firma nachweisbar ist, dass der Patch verwendet wurde.
Der Entdecker der Sicherheitslücke bzw. unter Umständen auch der Entwickler des Patches tritt sämtliche Rechte an Intellectual Weapons ab. Das Unternehmen kümmert sich dann um Patentierung, Vermarktung und Lizensierung der Lösung.
"Typischerweise" werde der Entdecker dann 50 % der Einnahmen erhalten, allerdings nur, wenn er auch selbst den Patch entwickelt. Alle zusätzlichen Ausgaben, wie Gebühren, eventuelle Kosten für Programmierer und Rechtsstreitigkeiten werden jedoch vor der Auszahlung abgezogen.

Diese Geschäftsidee dürfte den gesamten Wahnsinn von Softwarepatenten recht deutlich aufzeigen, was allerdings noch nichts über die Erfolgsaussichten des Unternehmens aussagt. Sollten sich jedoch tatsächlich mehrere Sicherheitsexperten, die bereit sind, sich auf einen solchen Deal einzulassen, finden, würde dies definitiv einiges über die Branche aussagen. Schon allein die Überlegung, durch Geheimhalten einer Sicherheitslücke für unter Umständen immens große entstehende Schäden verantwortlich zu sein, müsste eigentlich genug Abschreckung gegen derartige Praktiken darstellen.

Autor: sh


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